Kirchenpatronin St. Verena Risch

Hl. Verena von Zurzach war eine fromme Frau, die um 300 als Einsiedlerin lebte und durch ihre praktizierte Nächstenliebe und ihr Gebet zur Verbreitung des Christentums im ganzen alemannischen Raum, besonders im Gebiet der heutigen Schweiz beitrug.
Vermutlich war Verena - der Legende aus dem 11. Jahrhundert nach - eine Verwandte des hl. Mauritius und die Verlobte des hl. Viktor. Sie kam mit der Thebäischen Legion aus Ägypten nach Mailand. Während die Legion mit Mauritius und Viktor in die Schweiz zog, blieb Verena in Mailand zurück und kümmerte sich dort um die Christen in den verschiedenen Gefängnissen. Als sie aber erfuhr, dass die gesamte Thebäische Legion im Rhonetal als Märtyrer gestorben war, brach Verena sofort in die Schweiz auf, um ihrer Angehörigen zu gedenken. Die heidnische Bevölkerung des Rhonetals verfolgte sie jedoch, so dass sie es nicht wagte, sich dort niederzulassen.
Daraufhin floh sie nach Solothurn in die nach ihr benannte Verenaschlucht. Dort ist heute noch die in den Felsen gehauene Höhle zu sehen, in der Verena lange Zeit lebte und die später in eine Kapelle umgewandelt wurde. Hier lebte Verena in der Abgeschiedenheit des Waldes und tauschte ihre Handarbeiten gegen Nahrungsmittel wie Kraut, Erbsen und Brot ein. Immer häufiger besuchten die Frauen aus der Umgebung Verena und fragten sie um Rat. Mit ihrem Gebet half sie vielen Menschen und heilte u.a. Blinde.
Dem zuständigen, römischen Landpfleger waren die Aktivitäten von Verena ein Dorn im Auge. Er liess Verena verhaften und drohte ihr, sie hinzurichten, wenn sie dem Christentum nicht abschwöre. Als der Landpfleger nun schwer erkrankte, bete Verena für diesen und er wurde wieder gesund und bekehrte sich zum Christentum. Verena konnte anschliessend wieder nach Solothurn zurückkehren.
Dort pflegte Verena mit einer Gruppe anderer junger Frauen kranke und aussätzige Menschen aus der Umgebung und gaben alles, was sie hatten, an andere weiter. Der Legende nach wurde Verena mit einer grossen Hungersnot konfrontiert. Daraufhin betete Verena wieder vertrauensvoll zu Gott. Kaum hatte sie ihr Gebet beendet, sahen sie und ihre Gefährtinnen vierzig Säcke mit Mehl vor dem Felsen liegen, der ihre Zelle umschloss. Anschliessend machten sie Brot aus dem Mehl, verteilten es unter den Bedürftigen und wurden ebenfalls satt.
Als der Zugang zu ihrer Höhle aber immer stärker wurde, verschwand Verena plötzlich eines Nachts, denn sie wollte nicht verehrt werden.

So siedelte die heilige Einsiedlerin 323 nach Zurzach am Rhein über, wo sie schon bald als Krankenpflegerin und Wohltäterin der Armen von sich Reden machte.
Verena starb um das Jahr 350 in Zurzach. Ihr Grab befindet sich in der gotischen Krypta der im 14. Jahrhundert entstandenen Zurzacher Stiftskirche, welches bis heute zu den bedeutendsten Schweizer Wallfahrtsorten zählt. Verena wird in der ganzen Schweiz verehrt, insbesonders in Zurzach und Solothurn an der Aare. Unter Herzog Rudolf IV. von Österreich kam ein Teil ihrer Reliquien in die Stephanskirche nach Wien.
Dargestellt wird Verena als Jungfrau oder Matrone, auch als Klosterfrau, mit Brot und Henkelkrug, mit Fisch, Schlüssel und Kanne. Die bekanntesten Bilder von Verena sind ein Wandgemälde in der Stiftskirche in Zurzach, ein Bild im Historischen Museum in Basel und eine Statue von Verena in Risch, die alle ebenfalls die Heilige mit ihren Attributen zeigen.

Hl. Verena ist die Patronin der Armen und Notleidenden, der Pfarrhaushälterinnen, Fischer, Müller, und Schiffer.
Am 31. August 2003 erklärte Bischof Kurt Koch die hl. Verena neben dem hl. Urs und hl. Viktor zur Bistumspatronin unseres Bistums Basel.
Die Kirche feiert ihr Fest am 1. September. Deshalb findet die Rischer Chilbi immer am ersten Wochenende im September statt. Fällt der 1. September auf einen Sonntag, so fallen Patrozinium und Chilbi zusammen.
Der Name Verena leitet sich vom lateinischen Wort "verens, vereor" = "sich scheuen, zurückhalten" ab und wird mit "die Scheue, Schüchterne, Zurückhaltende" übersetzt.

Im Zusammenhang mit der Verehrung der hl. Verena stehen auch die beiden Bistumspatrone unseres Bistums Basel, der hl. Viktor und der hl. Urs, die als christliche Soldaten ebenfalls der Legende nach zur Thebäischen Legion gehörten. Viktor war der Verlobte der hl. Verena. Mit Urs und mehreren christlichen Gefährten gelang es ihm aus Agaunum nach Solothurn zu fliehen. Hier wurden sie jedoch vom römischen Kaiser Maximian aufgespürt und - da sie ihren Glauben nicht verleugnen wollten - 302 enthauptet. Die burgundische Prinzessin Sedeleuba liess um 500 die Reliquien Viktors nach Genf überführen, wo er in der ehemaligen Viktorsbasilika seine letzte Ruhestätte fand . Der hl. Urs liegt in der über seinem Grab erbauten Hauptkirche des Bistums Basel, der Solothurner Kathedrale, dem Sitz der Bischöfe von Basel.

Verena-Gebet
Barmherziger Gott,
die heilige Jungfrau Verena hat sich ganz in deinen Dienst gestellt
und für ihre Mitmenschen in grosser Liebe gesorgt.
Mache auch uns bereit, dir und unseren Nächsten willig zu dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.

Verenalied

1. Wir kommen zu dir von fern und nah,
Verena, um dich zu grüssen.
Du lebst bei Gott und bist doch da,
ein Quell, dessen Wasser fliessen.
Du Heilige so stark und zart,
schenk uns mit deiner Gegenwart
den Mut, wie du zu glauben,
den Mut, wie du zu glauben.

2. Wir kommen zu dir in Leid und Schuld.
Verena, o hilf uns vertrauen
auf Gottes Güte und Geduld,
du darfst ihn ja ewig schauen.
Du Heilige du standest ganz
in Christi Wort und Tod und Glanz.
Lehr uns ihm nachzufolgen,
lehr uns ihm nachzufolgen.

3. Wir kommen zu dir, wir tragen schwer,
Verena, an unseren Sorgen.
Das Leben drängt und treibt uns sehr,
wann kommt der neue Morgen?
Du Heilige mit Kamm und Krug,
dein Herz das Leid des Menschen trug.
Hilf uns, wie du zu lieben,
hilf uns, wie du zu lieben.

Zur heiligen Verena
Vom Morgenlande kamst du her,
das Licht in Herz und Händen:
trugst Christi Liebe übers Meer,
viel dunkle Not zu wenden.
Du Dienerin aus fremdem Stamm,
die selbstlos uns zu helfen kam.

In stiller Klause, gottversenkt,
floss dir der Quell der Gnaden,
den du als Kraft und Trost geschenkt,
an alle, die beladen.
Kein Mensch ging ohne gutes Wort,
kein Kranker ohne Hilfe fort.

Barmherzigkeit hast du geübt,
an Lebenden und Toten.
Du hast getröstet, die betrübt,
gedient dem Gottesboten.
Hast so in Dunkelheit und Nacht,
die Liebe offenbar gemacht.