Ein - oder Austreten

Trete ich ein oder aus?

Soll ich in die Kirche eintreten?
Ein Entritt in unsere Kirche geschieht bis heute in der Regel bei der Taufe als Kind in den ersten Monaten seines Lebens.

Dennoch kommt es immer wieder zu (Wieder-)Eintritten von Jugendlichen und Erwachsenen in unsere Kirche. Ein solcher Eintritt ist immer ein besonderes Ereignis und Anlass zu grosser Freude.

Konversion

( Übertritt aus einer anderen christlichen Kirche / Gemeinschaft in die katholische Kirche )
Konversionen in die Katholische Kirche werden nicht absichtlich gefördert, da wir mit anderen christlichen Glaubensgemeinschaften, insbesondere mit der evangelisch-reformierten Kirche der Schweiz in einem freundschaftlichen und ökumenischen Verhältnis stehen, dennoch wird ein überlegter und freiwillig gewollter Übertritt in die Katholische Kirche mit Freude akzeptiert.
Eine Taufe ist bei einer Konversion nicht notwendig, da die Taufe der übrigen Glaubensgemeinschaften anerkannt wird. Bei einer Konversion wird in einem Gottesdienst das Glaubensbekenntnis im Verständnis der Katholischen Kirche vor dem zuständigen Seelsorger abgelegt und ein Begrüssungsschreiben des Bischofs verlesen. Das Sakrament der Firmung erhält das neue Mitglied in der Regel durch unseren Bischof im Ordinariat der Diözese Basel in Solothurn.

Der Wunsch als Jugendlicher oder Erwachsener getauft zu werden
Mit Freude nehmen wir auch Menschen in unsere Glaubensgemeinschaft auf, die nicht getauft sind und die sich der christlichen Botschaft öffnen und so Jesus Christus als ihren Heiland, Erlöser und Bruder annehmen wollen.

Der Erwachsenentaufe geht jeweils eine Unterweisung in der Verkündigung Jesu und der Lehre der Kirche voraus ( Katechumenat ).

Wenn möglich erhalten Erwachsene in der Osternacht die Hl. Taufe, werden gefirmt und treten zum Altar, um die Hl. Eucharistie zu empfangen.

Erneuter Eintritt in die Kirche, nachdem man ausgetreten war
Es kommt auch vor, das aus der Kirche Ausgetretene den Wunsch verspüren diese Entscheidung neu zu überdenken und wieder in die Kirche einzutreten.

Diesem Wunsch steht grundsätzlich nichts entgegen. Auch als Ausgetretener ist man ja noch Getaufter und so über die unauslöschliche Prägung der Taufe mit der Kirche stets verbunden. Auch hat sich ja nicht die Kirche vom Ausgetretenen getrennt, sondern der Ausgetretene hat sich von der Kirche abgewendet.

Wenn dieser Wunsch wirklich bedacht und ernsthaft ist, steht einem Wiedereintritt in die Kirche nichts im Wege. Ein Gespräch mit dem zuständigen Seelsorger ist jedoch unabdingbar.

 

Soll ich aus der Kirche austreten?
Austreten ja oder nein?

In unserer Zeit machen sich immer mehr Menschen Gedanken darüber, was Sie eigentlich noch mit der Pfarrei, der Kirche verbindet, was sie in unserer Glaubensgemeinschaft hält.

So nimmt die Zahl der Kirchenaustritte jedenfalls in Europa ganz allgemein zu, während weltweit unsere Kirche wächst. In unserer Pfarrei ist ein Kirchenaustritt immer noch eine grosse Seltenheit, was hoffentlich noch lange so bleiben möge.

Für unsere Pfarrei, aber auch die ganze Kirche bedeutet ein Kirchenaustritt immer eine schmerzhafte Niederlage. Ein getaufter Christ / eine getaufte Christin verlässt aus welchen Gründen auch immer seine / ihre Brüder und Schwestern.

Gründe für einen Austritt
Für einen Kirchenaustritt gibt es viele Gründe: langsame Entfremdung, Verletzungen, Enttäuschungen, Ärger, finanzielle Überlegungen, neue Beheimatung in einer anderen Glaubensgemeinschaft u.s.w.

Diese Gründe gilt es zu respektieren. Ein Gespräch mit dem zuständigen Seelsorger ist jedoch in jedem Falle ratsam. Allfällige Probleme oder auch Missverständnisse, die zum Austritt aus unserer Kirche führten oder führen, können so besprochen werden.

Gerade wenn Sie unsicher sind, wenden Sie sich doch vertrauensvoll an Ihren zuständigen Seelsorger.

Folgende Gründe und damit verbundene Fragen tauchen immer wieder auf:

- Ich bin nicht mehr bereit, so viele Kirchensteuern zu bezahlen, für einen Service, den ich sowieso fast nie benütze und für eine Kirche, die mich oft ärgert und enttäuscht.
Jeder Mensch ist früher oder später herausgefordert, sich über die Sinnhaftigkeit seines Lebens Gedanken zu machen. Dabei gibt es viele Sinn-, Hoffnungs- und Glaubensanstösse. Ein solcher Anstoss ist der christliche Glaube. Ein Glaube auf den sie von Ihren Eltern getauft und in dem Sie aufgewachsen sind. Ihre mehr oder minder christliche Prägung durch Eltern, Seelsorger, Religionslehrer und die weitere Umgebung kann eher positiv oder negativ gewesen sein.

Es kann gut sein, dass Sie in Ihrer jetzigen Lebenslage, kein starkes Bedürfnis nach Religion verspüren, besonders vielleicht auch nicht nach der Religion Ihrer Vorfahren.

Für viele Christen gilt, dass es Zeiten gibt, wo ihnen der praktizierte Glaube ferner steht und Lebensabschnitte, wo Sinnfragen und religiöse Fragen aktueller sind und auch in der Glaubensgemeinschaft praktiziert werden. So sind die Jugendjahre und die Zeit bis zur Geburt der eigenen Kinder eher Jahre, wo religiöses Praktizieren für einige Menschen mitunter in den Hintergrund gerät.

Jahre der Kindererziehung ( Kinder stellen von selbst die entscheidenden Sinnfragen, woher kommen wir, wohin gehen wir, warum sind wird da, was ist, wenn wir sterben u.s.w. ) und des Altwerdens sind für viele Menschen Zeiten, wo Sie ihren Glauben bewusst mit anderen leben und praktizieren.

Diese unterschiedlichen Zeiten der Nähe und der Ferne stellen auch kein eigentliches Problem dar, solange das Band zur Glaubensgemeinschaft nicht durchtrennt wird, solange man nicht wirklich aus der religiösen Beheimatung auswandert und so religiös heimatlos wird. Denn ist das Band einmal durchschnitten, ist es schwieriger, erneut eine religiöse Heimat zu finden.

Ein Kirchenaustritt ist ein solch gravierender Einschnitt, bedeutet er doch, dass man mit der Kirche nichts mehr zu tun haben will. Ein Kirchenaustritt hat auch immer Auswirkungen über den einzelnen hinaus, auf die Kinder und die Partnerschaft.

Es ist gut, dass Sie sich mit Ihrer Kirchenmitgliedschaft, ihrer Kirchenzugehörigkeit sehr kritisch auseinandersetzen und sie hinterfragen. Doch bevor Sie einfach austreten, prüfen Sie noch einmal von neuem, was Sie hinter sich lassen wollen.

Nutzen Sie diese Zeit der Entscheidung, den vielleicht auch eher negativ überlieferten Glauben neu zu sehen und zu entdecken, allfällige Missverständnisse zu klären und berechtigten Ärger und Enttäuschung über die konkrete Kirche anzusprechen, mit anderen gemeinsam auszuhalten und zu überwinden. Gehen Sie bewusst auf Seelsorger zu, fragen und kritisieren Sie. Als Pfarrer unsere Pfarrei bin ich sehr gerne zu einem Gespräch bereit.

Sollten Sie im übrigen mit der Verwendung der kirchlichen Steuergelder nicht einverstanden sein, stehen Ihnen die demokratischen Rechte der Mitsprache in der Kirchgemeindeversammlung zu. Alle Kirchensteuergelder werden vollumfänglich vom Kirchenrat, der vom Kirchenvolk gewählt ist, verwaltet und die Verwendung der Gelder in der jährlichen Rechnung der Kirchgemeinde veröffentlicht.

- Ich kann Christ/Christin sein, ohne einer Kirche anzugehören.
Vielfach wird übersehen, dass der eigene christliche Glaube allein durch die kirchliche Glaubensgemeinschaften vermittelt wurde und wird, und dass in vielen Bereichen auch die Gesellschaft auf das soziale Wirken der Kirchen angewiesen ist. Jesus hat eine Gemeinschaft von Glaubenden gestiftet, im Bewusstsein, dass Menschen schwach und fehlerhaft sind.
Wenn Sie sich über Formen kirchlichen Lebens und Verhaltens ärgern, kann Ihre aktive Mitarbeit mehr an Veränderung erreichen als Ihr Austritt.

- Ich heirate mit einer nichtkatholischen Partnerin / einem nichtkatholischen Partner zivil oder nicht in der katholischen Kirche.
Die Kirche anerkennt auch eine nicht-katholische Trauung, wenn sie in Absprache (Dispens) erfolgt, und respektiert den Entscheid über die Kindererziehung. Wenn der katholische - Teil katholisch bleiben will, ist eine nichtkatholische Ehe kein Grund für den Kirchenaustritt.
- Ich bin geschieden und heirate wieder, dann werde ich sowieso aus der Kirche ausgeschlossen.
Auch wenn keine zweite kirchliche Trauung möglich ist, wird niemand wegen einer Zweitehe aus der Kirche ausgeschlossen. Auch die Beteiligung am Pfarreileben ist weiterhin möglich und erwünscht.

- Ich kann die Kirchensteuern nicht mehr bezahlen, da ich arbeitslos bin oder nur noch Kurzarbeit habe.
Obwohl kaum je genannt, gibt es heute auch Kirchenaustritte, die durch eine Notsituation ausgelöst werden. Bei solchen Schwierigkeiten gibt es Wege in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde bzw. der Pfarrei zu helfen. Ein Kirchenaustritt ist deswegen nicht nötig.


Bedeutung eines Kirchenaustrittes
Was bedeutet ein Kirchenaustritt für den Ausgetretenen:
Der Ausgetretene bringt damit zum Ausdruck, dass er auf die Gemeinschaft, die Hl. Sakramente und Hilfe der Katholischen Kirche in seinem Leben und Sterben verzichten will.
Von einer allfälligen Tauf- und Firmpatenschaft wird er absehen, weil ja eine Patenschaft immer Mitverantwortung für die Glaubensgemeinschaft bedeutet.
Er ist sich bewusst, dass diese Entscheidung immer auch Auswirkungen über ihn hinaus hat, auf seine Kinder, seine Partnerin / seinen Partner. Kinder eines ausgetretenen Elternpaares können normalerweise als Kleinkind nicht getauft werden, da religiöse Beheimatung und Unterweisung des Kindes durch die Eltern durch ihren Austritt ja bewusst nicht geleistet werden kann. Auch eine Partnerschaft kann durch die religiöse Heimatlosigkeit eines Partners belastet werden.
Er wird seine Angehörigen über den Austritt rechtzeitig informieren, damit es für diese nicht zu allfälligen Überraschungen kommt, etwa beim Ableben des Ausgetretenen.

Für uns als Glaubensgemeinschaft gilt bei einem Kirchenaustritt:
Ein Getaufter bleibt getauft.
Nicht die Kirche wendet sich vom Ausgetretenen ab, sondern der Ausgetretene von der Kirche.
Ein erneuter Kircheneintritt ist immer möglich, wenn dieser aufrichtig gewünscht wird.
Auch wenn wir den Entscheid aus der Kirche auszutreten sehr ernst nehmen und akzeptieren, bleibt eines für uns als Kirche klar:
die Türen der Kirche und des Pfarrhauses bleiben für alle offen!